TEXT - TEIL B

1. ART UND MASS DER BAULICHEN NUTZUNG (§ 9 (1) 1 BauGB i.V.m § 16 BauNVO)

1.1 Wohngebiete (WA) (§ 4 BauNVO)

Nicht zulässig sind gemäß § 1 Abs.5, Abs.6 BauNVO:

4. Betriebe des Beherbergungsgewerbes,

5. sonstige nicht störende Gewerbebetriebe,

6. Anlagen für Verwaltungen,

7. Gartenbaubetriebe,

8. Tankstellen.

1.2 In Wohngebäuden als Einzelhaus sind maximal 2 Wohneinheiten zulässig. In Wohngebäuden als Doppelhaus ist pro Haushälfte 1 Wohneinheit zulässig.

1.3 Für neu zu bildende Grundstücke hat die Grundstücksgröße pro Einzelhaus mindestens 550 m², pro Doppelhaushälfte mindestens 400 m² zu betragen.

1.4 Pro Grundstück ist für die erste Wohneinheit eine Nettostellplatzfläche von 32 m² für die zweite Wohneinheit eine Nettostellplatzfläche von 16 m² vorzusehen.

1.5 Die jeweilige maximale Gesamtgebäudehöhe (GGH) ist innerhalb einzelner Bauflächen mit einer maximalen Gebäudehöhe (oberer Bezugspunkt ist der höchste Punkt des gedeckten Daches), die

auf NHN (Normalhöhennull) bezogen ist, festgesetzt.

2. GESTALTUNG (§ 9 (4) BauGB i.V.m § 84 LBO)

2.1 Als Außenwandgestaltung der Wohngebäude ist Verblendmauerwerk in den Farben Rot, Braun, Weiß, Gelb, Rotbraun sowie Holz und / oder Holzkonstruktionen in Naturfarben und in den v. g. Verblendmauerwerksfarben zulässig. Putzflächen sind in den v. g. Farben zulässig.

2.2 Dacheindeckungen sind nur in den Farben Rot, Braun und Anthrazit zulässig. Zulässig sind Solarthermie- und Photovoltaikanlagen zur eigenen Nutzung als nicht störende Anlagen.

2.3 Wenn innerhalb des Bebauungsplanes ein Wohngebäude mit einem begrünten (bepflanzten) Dach errichtet wird, so sind Dachneigungen auch unterhalb der mindestens festgesetzten Dachneigung zulässig.

2.4 Für Nebengebäude, Garagen und Carports sind auch Dachneigungen unter 25° und Flachdächer zulässig. Die Außenwandgestaltung ist wie unter 2.1 festgesetzt auszuführen.

2.5 Die vorhandene Neigung der Grundstücksflächen darf für die Errichtung der Gebäude um max. ± 1,0 m verändert werden. Die Herstellung von waagerechten Flächen, die die vorgenannte Begrenzung überschreiten, ist unzulässig.

3. GRÜNORDNERISCHE MASSNAHMEN

Minimierungsmaßnahmen (§ 9 (1) 4, 14, 16 BauGB)

Bodenschutzmaßnahmen

Mit dem vorhandenen Oberboden (Mutterboden) ist während der Baumaßnahmen fachgerecht umzugehen.

Nach Beendigung der Baumaßnahmen sind die offenen Bodenflächen wieder zu lockern.

Maßnahmen zum Schutz des Wasserhaushaltes

Das unbelastete anfallende Regenwasser der Dachflächen und der Grundstücke ist in den Untergrund auf dem jeweiligen Grundstück zu versickern.

Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen zum Schutz der Fauna

Mögliche Fäll- und Rodungsarbeiten sowie Entfernung von Unterwuchs und Bodenvegetation außerhalb der Brutzeit, bzw. nur in der Zeit von 01.10. und dem 14.03., stattfinden (Brutvögel der Gehölze). Alle Abrissarbeiten sind im Zeitraum zwischen dem 01.10. und dem 14.03. durchzuführen (Brutvögel der Gebäude). Alle Arbeiten zur Baufeldfreimachung sind außerhalb der Vogelbrutzeit, im Zeitraum zwischen dem 01.09. und dem 15.03., durchzuführen (Brutvögeln der bodennahen Staudenflur und Bodenbrüter).

Abriss aller Gebäude ist nur zwischen dem 01.12 und dem 28/29.02 des jeweiligen Folgejahres zu erfolgen (Fledermäuse der Gebäude). Verluste von Lebensstätten der Brutvögel der Gebäude sind durch Anbringen von 6 geeigneten Nisthilfen in der Umgebung zu kompensieren. Verluste von Lebensstätten der Brutvögel der Gehölze sind beim Fällen von größeren Bäumen (Stammdurchmesser > als 63 cm) durch Anbringen von einer geeigneten Nisthilfe in der Umgebung pro gefällten Baum zu kompensieren.

Gestaltungsmaßnahmen (§ 9 (1) 25a/b BauGB)

Baumpflanzungen im Straßenraum

In der Planstraße sind mindestens 15 standortheimische Laubbäume als Hochstämme zu pflanzen und dauerhaft zu erhalten. Bei nachhaltiger Beeinträchtigung ihrer Vitalität oder ihrem Abgang sind sie umgehend mit Bäumen gleicher Art zu ersetzen. Die Anwuchspflege ist für 3 Jahre sicherzustellen. (Gehölzart, Pflanzgut, Pflanzart und Pflege; siehe Begründung)

Baumpflanzungen auf den Grundstücken

Zur Eingliederung des Baugebietes in die Landschaft ist pro Grundstück je ein standortheimischer Laubbaum zu pflanzen und dauerhaft zu erhalten. Es sind Hochstämme zu pflanzen. Bei den Grundstücken entlang der Wohnstraßen sowie an den Straßenzügen Mechower Weg und Mühlenweg, sind die Bäume im Abstand von max. 3 - 5 m zum Straßenraum hin zu pflanzen. Bei nachhaltiger Beeinträchtigung ihrer Vitalität oder ihrem Abgang sind sie umgehend zu ersetzen. Die Anwuchspflege ist für 3 Jahre sicherzustellen.

(Gehölzart, Pflanzgut, Pflanzart und Pflege; siehe Begründung)

Gestaltung der öffentlichen Grünfläche (Spielplatz)

Die im Plan markierten Randbereiche der Spiel- und Grünfläche im nordöstlichen Planbereich sind als naturbetontes Feldgehölz zu entwickeln. In den Flächen sind Anpflanzungen mit standortheimischen Bäumen und Sträuchern vorzunehmen.

Im restlichen Bereich der öffentlichen Grünflächen bzw. auf den Spielplatz sind Anpflanzungen mit Bäumen vorzunehmen und dauerhaft zu erhalten.

Es sind mindestens 8 Solitärbäume als Hochstamm auf den Spielplatz zu pflanzen. Die Anpflanzungen sind dauerhaft zu erhalten und bei Abgang gleichartig zu ersetzen. Die Anwuchspflege ist für 3 Jahre sicherzustellen. (Gehölzart, Pflanzgut, Pflanzart und Pflege; siehe Begründung)

Ansaatflächen

Für die Rasenflächen im Bereich von Spielgeräten und in wegebegleitenden Bereichen der Grünanlagen sind Rasenmischungen mit geeignetem, langsamwüchsigem Saatgut auszuwählen. Andere Flächen sollten mit einer Saatgutmischung mit hohem Kräuteranteil heimischer standortgerechter Kräuter (mind. 30%) angesät werden, wieder andere Flächen der spontanen Besiedlung überlassen bleiben.

Freiwachsende Heckenanlage an der Nordgrenze

Als Abgrenzung des Baugebietes in Richtung Norden ist an der Nordgrenze, eine zweireihige Hecke, ca. 200 m lang, aus standortheimischen Feldgehölzen zu pflanzen und dauerhaft zu erhalten. Abgegangene Pflanzen sind umgehend mit Pflanzen gleicher Art zu ersetzen.

(Gehölzart, Pflanzgut, Pflanzart und Pflege; siehe Begründung)

Anlage eines Regenrückhalte- und Versickerungsbeckens (§ 9 (1) 14, 16 BauGB)

Die Fläche im nordwestlichen Teil des Planungsgebietes ist als Fläche für die Versickerung und Rückhaltung von Regenwasser anzulegen. Das Entwicklungsziel für diese Fläche ist die Schaffung einer wechselfeuchten Mulde mit Rückhalte- und Versickerungsfunktion für das Regenwasser aus dem Baugebiet. Nähere Bestimmungen sind über wasserrechtliche Verfahren zu definieren. (Gestaltung; siehe Begründung)

Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft (§ 9 (1) 20 BauGB)

Nebenflächen

Die versiegelten Flächen im privaten und im öffentlichen Raum sollen so gering wie möglich gehalten werden.

Externe Maßnahmen

Externer Ausgleich für die Beeinträchtigungen im Schutzgut Boden

Der erforderliche Ausgleich für die unvermeidbaren Beeinträchtigungen in das Schutzgut Boden ist extern, auf dem Flurstück 54, der Flur 1, Gemarkung Ziethen zu erbringen. Die Fläche umfasst eine Ackerfläche und ist ca. 2,12 ha groß, davon sind für den Bebauungsplan 10.509 m² erforderlich. Die Fläche soll als extensive Gras- und Krautflur mit Baumgruppen aus standortheimischen Gehölzen entwickelt werden.

Die Fläche ist im Süden zu den Grundstücken hin einzuzäunen. Die Fläche darf nicht umgebrochen werden, eine Nachsaat ist nicht zulässig. Jagdliche Einrichtungen in Form von Kirrungen, Lecksteinen, Kaff, Scheuerpfählen o. ä. sind auszuschließen. Eine Bodenbearbeitung inklusive Schleppen und Walzen ist nicht zulässig. Pflanzenschutzmittel und Düngemittel jeglicher Art dürfen nicht eingesetzt werden. Rundballen, Geräte und sonstige Materialien dürfen auf dieser Fläche nicht gelagert werden. (Gehölzart, Pflanzgut, Pflanzart und Pflege; siehe Begründung)

Externer Ausgleich für die Beeinträchtigungen im Schutzgut Fauna

Zur Vermeidung des Tatbestands der Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten der Feldlerche und der Schafstelze (gemäß der Artenschutzrechtlichen Prüfung) ist die Schaffung von Feldlerchenfenstern vorgesehen. Die externe Fläche befindet sich auf dem Ackerschlag zwischen der Planfläche vom B-Plan Nr. 9 und dem Ihlensee. Es sind mindestens 6 Feldlerchenfenster mit je 20 m² (5 x 4 m) im 120 m Abstand von den Vertikalstrukturen anzulegen. Die Fenster sind mindestens mit 25 m Abstand einzurichten. Für die Feldlerchenfenster als artenschutzrechtliche Kompensation ist die dauerhafte Sicherung im Grundbuch einzutragen. (Anlage und Pflege; siehe Begründung)